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Gutscheine ab 2016 bei Einnahmen-Ausgaben-Rechner
Für den Zeitpunkt der Erfassung der Betriebseinnahme beim Einnahmen-Ausgaben-Rechner ist m.E. nach wie vor der Zeitpunkt des Barverkaufes des Gutscheines (Wertgutschein, mit dem Leistung bezahlt werden kann) und nicht dessen Einlösung maßgeblich. Für die Ermittlung der Grenzen für die Registrierkassenpflicht allerdings stellt der Verkauf von Gutscheinen lt. FAQs des BMF keinen Barumsatz dar und wird daher bei der Ermittlung der entsprechenden Umsatzhöhe für die Verpflichtung zur Führung einer Registrierkasse nicht berücksichtigt. Bei der Einlösung des Gutscheines allerdings gilt dieser Vorgang als Barzahlung im Sinne der Registrierkassenbestimmung und unterliegt somit der Regstrierkassen-, sowie der Einzelaufzeichnungs- und Belegerteilungspflicht. In diesem Fall scheint es nun so zu sein, dass die Bareinnahme im Sinne der Führung einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung mit dem Zeitpunkt des "Bareinnahme" im Sinne der Registrierkassenverpflichtung nicht mehr übereinstimmt (ähnliche Situation würde sich hier auch bei Bankomat- und Kreditkartenzahlung ergeben). Liege ich hier mit meinen Annahmen richtig - gibt es hier schon Rechtsmeinungen?
Sicherlich haben Sie zwischenzeitlich den Erlass vom 12.11.2015 gelesen. Da steht zu diesem Thema einiges drinnen, auch wenn vieles nicht zusammenpasst. In der Anfang Dezember erscheinenden SWK habe ich einen Artikel zum Registrierkassen-Tohuwabohu geschrieben, ohne allerdings auf die Gutscheine einzugehen. Die Registrierkassenpflicht wird uns voraussichtlich noch länger verfolgen. Viel Glück mit dem Erlass.
Ich sehe hier steuerrechtlich kein Problem:
Gutscheine werden bei Verkauf auf Kassa gegen nicht steuerbare Erlöse verbucht. Bei der Einlösung verbuche ich dann nicht steuerbare Erlöse (im Soll) gegen Erlöse 10% oder 20%. Aus Gründen der Übersichtlichkeit verwende ich für diese nicht steuerbaren Gutscheinerlöse 2 getrennte Konten für Verkauf und Einlösung. Ertragsteuerlich wird daher der Bruttoumsatz bei Verkauf realisiert und vermindert sich um die Ust im Zeitpunkt des Einlösens.

Bei Bankomat/Kreditkartenzahlung ist die Situation mM anders. Hier erfolgt im Zeitpunkt des Umsatzes auch die Steuerpflicht, die Verbuchung auf der Bank ist weder für Gewinn noch Umsatzsteuerermittlung relevant. Verbuchung: Forderung aus Bankomat gegen Erlöse 10% / 20%.

Um die Barumsätze zu ermitteln sind daher alle Umsätze 10% oder 20% mit Gegenkonto Kassa, Bankomat oder Gutscheineinlösung zusammenzurechnen. Hier wird je nach verwendeter Buchhaltungssoftware der Aufwand nicht unerheblich für die Ermittlung sein. Dass hier das Überschreiten unterm Jahr die Registrierkassenpflicht auslöst, ist daher eine sehr unglückliche Regelung, da ja eine laufende monatliche Ermittlung erfolgen muss, die in Einzelfällen nicht mehr trivial erscheint. Falls jemand eine einfache Möglichkeit weiß, wie dies besser beobachtet werden kann, wäre ich sehr dankbar.

Auch die kurze Frist von vier Monaten sehe ich sehr problematisch, man geht ja nicht zum Kaufmann ums Eck und besorgt sich eine Registrierkasse. Und warum gibt es keine Toleranzgrenze wie beim Kleinunternehmer?

Hier ist die neue Rechtslage kleinlich und in keiner Weise sachgerecht. Es wird sich zeigen, wie das Ermessen bei Festsetzung von Strafen bei Verstößen gehandhabt wird.
Der Erlass stellt einiges hinsichtlich Wertgutscheinen klarer, vor allem auch die Problematik für den Einnahmen-Ausgabenrechner.

So denke ich, dass in diesen Fällen nichts dagegen spricht, einen Gutscheinverkauf sowohl in der Registrierkasse als auch in der Einnahmen-Ausgabenrechnung zum Zeitpunkt des Verkaufes des Gutscheines zu erfassen.
Bei tatsächlicher Einlösung des Gutscheines fließt ja kein Geld mehr und es müsste nur ein etwaiger Aufzahlungs-/Barbetrag auf die Lieferung/Leistung sowohl in der Einnahmen-Ausgabenrechnung als auch in der Registrierkasse erfasst werden. Alternativ wäre es m.E. auch noch möglich, den eingelösten Gutschein bei Einlösung mit einem "Sonder-"Code in der Registrierkasse zu erfassen.

Ich glaube fast, dass sich der Sachverhalt für den §4/1-Ermittler eigentlich einfacher darstellt als für den Einnahmen-Ausgabenrechner. Trotzdem wird dieser Sachverhalt wahrscheinlich viele Kleinunternehmer treffen.

Danke jedenfalls für Ihre Antworten, schauen wir mal, wie sich das praktizieren lässt...
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